Mit dem Begriff Minne wird heute meist die höfische Liebe (hôhe minne) bezeichnet, die in zahlreichen Minneliedern besungene, unerfüllte Sehnsucht eines Ritters nach der unerreichbaren Dame (vrouwe). Im Mittelalter hingegen wurde nicht nur die höfische Liebe minne genannt, sondern der Begriff umfasste verschiedene Phänomene der Zuneigung, von oberflächlicher Freundlichkeit bis zu religiöser Ekstase. ...weiterlesen "Wortgeschichte(n): Minne und Liebe"

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Einige Redewendungen im Deutschen wie mit Kind und Kegel oder mit Haut und Haar sind stabreimende Formeln. Stabreime (Alliterationen) wurden gern bei der Bildung von Redensarten genutzt, und das nicht nur in germanischer Zeit, als der Stabreim ein Bestandteil der Dichtkunst war, sondern auch noch im Mittelalter und in der Neuzeit.

Mit Kind und Kegel bedeutet „mit der ganzen Familie“. Kegel steht dabei für „uneheliches Kind“, die ganze Redewendung heißt dann also „mit ehelichen und unehelichen Kindern“. ...weiterlesen "Redewendungen aus dem Mittelalter: Stabreimende Formeln"

Was sind Runen?

Runenstein in Wedel (Holstein)
Runenstein in Wedel (Holstein) © Bullenwächter - CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Runen sind die Schriftzeichen der Germanen. Sie wurden ungefähr ab dem Jahr 200 n. Chr. bis zum Mittelalter genutzt. Das Wort Rune mit der Bedeutung „Schriftzeichen“ ist allerdings eine Neubildung aus dem 17. Jh., die zuerst in Skandinavien geprägt wurde. Dieses Wort kommt bereits in den älteren germanischen Einzelsprachen vor, z.B. gotisch rūna, althochdeutsch rūna(stab), altnordisch rún und mittelhochdeutsch rŭne, und zwar mit der Grundbedeutung „Geheimnis“. ...weiterlesen "Die Runen – germanische Schriftzeichen"

Über die mittelhochdeutsche Sprache habe ich bereits einiges geschrieben. In diesem Artikel möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du selbst Mittelhochdeutsch lernen kannst, z.B. weil du es im Studium musst oder dich einfach dafür interessierst. ...weiterlesen "Mittelhochdeutsch lernen"

Das Hildebrandslied ist ein germanisches Heldenlied. Dieses Genre entstand ungefähr vom 5. bis 8. Jahrhundert, die Lieder wurden damals nur mündlich überliefert. Als einziges deutsches (genauer: althochdeutsches) Heldenlied ist das Hildebrandslied bis in unsere Zeit erhalten geblieben. In der Vita Karoli Magni wird erwähnt, dass Karl der Große Heldenlieder sammelte, aber Genaueres wissen wir über diese Sammlung nicht. Germanische Heldenlieder sind sonst nur aus anderen Sprachen bekannt, zum Beispiel das altnordische Ältere Atlilied oder das altenglische Finnsburglied.

Anfang des Hildebrandsliedes
Anfang des Hildebrandsliedes

Das Hildebrandslied entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 8. Jh. Um 830/840 schrieben es zwei Personen ...weiterlesen "Das Hildebrandslied"

Minnesang ist eine Form der Liebeslyrik, die im hohen Mittelalter gepflegt und von Sängern mündlich vorgetragen wurde. Es handelt sich um eine literarische Ausdrucksform des Adels. Die Zeit des Minnesangs dauerte ungefähr von 1150-1300.

Das Publikum der Minnesänger war adlig. Die Lieder wurden meist bei Hofe vorgetragen. Die Sänger selbst stammten aus allen sozialen Schichten. Mitglieder des Hochadels sind als Autoren bezeugt, wie Kaiser Heinrich oder der Markgraf Otto von Brandenburg. Viele Dichter von Minneliedern waren, Ministerialen ...weiterlesen "Der Minnesang im Mittelalter"

Der Anfang des Nibelungenliedes in Manuskript C, um 1220-1250
Der Anfang des Nibelungenliedes in Manuskript C, um 1220-1250

Uns ist in alten mæren wunders vil geseit
von helden lobebæren, von grôzer arebeit,
von freuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen,
von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen.

Diese mittelhochdeutschen (mhd.) Zeilen stammen aus dem Nibelungenlied und wirken auf den ersten Blick wie eine Fremdsprache, obwohl manche Wörter dir sicher bekannt vorkommen. ...weiterlesen "Mittelhochdeutsch – die Sprache des Hochmittelalters"