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Buchtipp: Otto Borst: Alltagsleben im Mittelalter

Titelbild
© Insel Verlag

Alltagsleben im Mittelalter * von Otto Borst finde ich sehr hilfreich, um die Mentalität der Menschen im Mittelalter zu verstehen. Es gelingt ihm sehr gut, das Typische herauszuarbeiten, das das mittelalterliche vom neuzeitlichen Leben und Denken unterscheidet. Er schreibt im ersten Kapitel, das Mittelalter sei eine „ungemein farbige Zeit“ gewesen. „Die Konturen des Mittelalters sind unendlich viel schärfer als die unserer Zeit.“ Im zweiten Kapitel beschreibt er die mittelalterliche Ständeordnung und wie sehr die Menschen darin verwurzelt waren. Die weiteren 14 Kapitel sind einzelnen Ständen und Lebensbereichen gewidmet: Adel, Bauern, Geistliche, Stadt, Bürgertum, Kleidung, Freizeitvergnügen, Frauen, Gemeinschaftsleben, Lesen und Schreiben, Reisen, Glaube und Tod.

Borst zeichnet auf etwas mehr als 600 Seiten ein ungemein farbiges, detailreiches Bild vom Mittelalter, in lebendiger Sprache und mit unendlich vielen Beispielen. Das Buch ist bereits 1983 erschienen, aber keineswegs veraltet, denn die Quellen, die Borst nutzt, haben sich seitdem ja nicht verändert. Durch seine Beschreibungen hatte ich das Gefühl, den Menschen des Mittelalters näherzukommen und sie in ihrem Denken verstehen zu können.

Man kann sich von der detailreichen Darstellung beinahe etwas erschlagen fühlen. Meiner Meinung nach profitiert man am meisten von Borsts Alltagsleben im Mittelalter, wenn man schon ein bisschen Vorwissen hat, z.B. über die politische Geschichte des Mittelalters, um das Gelesene besser einordnen zu können.

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