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Wortgeschichte(n): Mut

muot mit Bedeutungen wie „Seele, Geist, Gesinnung, Mut usw.“ ist zuerst im 8. Jh. im Althochdeutschen bezeugt. Dem Wort liegt germanisch *mōþa- „Sinn, Mut, Zorn u. a.“ zugrunde. Im germanischen Sprachraum ist es mit gotisch moþs, altnordisch módr, aengl. mōd, engl. mood „Stimmung, Laune“ verwandt. Möglicherweise gehört es zu lat. mōs „Sitte“ und griech. mōmai „ich strebe, trachte, begehre“.

Im Hochmittelalter war muot ein wichtiger Begriff für die Kultur des Rittertums. Der hôhe muot gilt als höchster Wert für das Rittertum der Stauferzeit. Es handelt sich um eine geistig-seelische Hochgestimmtheit, in der sich das ritterlich-höfische Lebensgefühl zeigte. Voraussetzung waren einerseits die heldenhaften Taten eines Ritters und andererseits die Minne zu einer adligen Dame.

Gottfried von Neifen (13. Jh.). Miniatur aus dem Codex Manesse (um 1300).

In der Literatur bezeichnet muot oft einfach die Meinung, die Gedanken oder den Sinn. Dies wird zum Beispiel in dem Sprichwort ûz ougen, ûz muote „aus den Augen, aus dem Sinn“ deutlich.

Im Neuhochdeutschen wird Mut nur noch in den Bedeutungen „Unerschrockenheit in Gefahr, Kühnheit“ und „Gemütsstimmung, Sinnesart“ verwendet. Es wurden aber im Laufe der Zeit zahlreiche Ableitungen und Zusammensetzungen mit -mut gebildet, mit denen Bestrebungen und Stimmungen differenziert beschrieben werden können: Wagemut, Übermut, Wankelmut, Hochmut, Großmut, Langmut usw.

Das mit Mut verwandte Wort Gemüt ist ebenfalls schon im Althochdeutschen belegt. Es handelt sich bei ahd. gimuoti um eine Kollektivbildung zu Mut mit der Bedeutung „Gesamtheit der seelischen Kräfte und Sinnesregungen“. Im Neuhochdeutschen bezeichnet das Wort den „Sitz der Empfindung“.

Verwendete Literatur:

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